Infrarotheizung Standgerät: mobil heizen ohne Bohrmaschine
Zuletzt aktualisiert am 4. September 2026
Das Standgerät ist die Antwort auf zwei Situationen: die Mietwohnung, in der nicht gebohrt werden darf, und den Raum, der nur ein paar Wochen im Jahr warm sein muss. Es hat allerdings physikalische Nachteile, die kein Hersteller nennt.
Inhaltsverzeichnis
Was ein Standgerät ist
Ein Infrarot-Standgerät ist ein normales Heizpaneel, das statt an einer Wandhalterung auf zwei Standfüßen steht. Es hat ein Anschlusskabel mit Stecker, meist ein integriertes oder beiliegendes Thermostat und wiegt zwischen 8 und 16 Kilogramm.
Zu unterscheiden davon ist der mobile Heizlüfter, der Luft erwärmt und umwälzt. Ein Infrarot-Standgerät gibt Strahlungswärme ab, es erwärmt Flächen und Personen, keine Luft. Das ist der Grund für seinen größten Vorteil und für seinen größten Nachteil zugleich.
Der Vorteil. Es wärmt sofort dort, wohin es zeigt. Wer davorsteht, spürt die Wärme nach zwei bis vier Minuten.
Der Nachteil. Es wärmt nur, wohin es zeigt. Ein Standgerät an der Wand strahlt waagerecht in den Raum, trifft dabei zuerst Möbel und Vorhänge und erwärmt die Aufenthaltsfläche schlechter als ein Paneel an der Decke.

Standgerät oder Deckenmontage?
| Punkt | Standgerät | Deckenpaneel |
|---|---|---|
| Montage | aufstellen, einstecken | bohren, dübeln, oft Elektriker |
| Abstrahlrichtung | waagerecht, gegen Möbel | senkrecht nach unten, frei |
| Gleichmäßigkeit | schlecht, Schattenzonen hinter Möbeln | gut, deckt die Aufenthaltsfläche ab |
| Stellfläche | belegt 30 bis 50 cm vor der Wand | keine |
| Sicherheit | Kippgefahr, heiße Fläche in Griffhöhe | außer Reichweite |
| Kabel | sichtbar oder im Kanal | fest angeschlossen |
| Umzug | mitnehmbar | bleibt |
| Anschaffung | 76 bis 270 € | 110 bis 400 € plus Montage |
Die ehrliche Einordnung: Wo eine Deckenmontage möglich ist, ist sie in fast jeder Hinsicht besser. Das Standgerät gewinnt in genau drei Fällen, die aber häufig vorkommen. Die grundsätzliche Abwägung steht unter Decke oder Wand.
Die drei Fälle, in denen das Standgerät gewinnt
Mietwohnung ohne Bohrerlaubnis. Eine feste Deckenmontage braucht die Zustimmung des Vermieters, Bohrungen in der Decke sind rückbaupflichtig. Ein Standgerät stellt sich hin und geht beim Auszug mit.
Selten genutzte Räume. Gästezimmer, Hobbyraum, Homeoffice an zwei Tagen die Woche. Eine feste Installation für 15 Nutzungstage im Jahr lohnt sich nicht, ein Standgerät für 90 Euro schon.
Der Raum, der noch nicht feststeht. Wer erst ausprobieren will, ob Infrarot für ihn funktioniert, kauft ein Standgerät und entscheidet danach über die feste Lösung. Das ist die günstigste Art, die Technik zu testen.
Modelle im Vergleich
Stand 4. September 2026.
| Modell | Leistung | Besonderheit | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Könighaus Smart Dual V2 | 450 W | WLAN, Stand und Wand | 76,42 € | 4,3 bei 1.713 |
| Könighaus Smart Dual V2 | 600 W | WLAN, Stand und Wand | 93,42 € | 4,3 bei 1.713 |
| Könighaus Smart Dual V2 | 800 W | WLAN, Stand und Wand | 110,42 € | 4,3 |
| Könighaus Bildheizung Standgerät | 450 W | Motiv, Thermostat | 179,90 € | 4,4 bei 3.075 |
| Könighaus Bildheizung Standgerät | 1.200 W | Motiv, Thermostat | 229,42 € | 4,4 bei 3.075 |
| KESSER Spiegel 2-in-1 | 500 W | Spiegel mit Standfuß | 109,80 € | 4,0 bei 26 |
| Klarstein Konvektor und Infrarot | mittlere Leistung | freistehend | 121,54 € | 4,2 bei 149 |
Die Smart-Dual-Reihe ist das interessanteste Angebot dieser Kategorie, weil sich dieselben Geräte später an die Wand hängen lassen. Wer heute mietet und morgen kauft, muss dann nichts Neues anschaffen.
Leistung richtig wählen
Bei Standgeräten ist die Auslegung heikler als an der Decke, weil ein Teil der Strahlung an Möbeln verloren geht. Rechnen Sie 15 bis 20 Prozent Aufschlag auf den normalen Bedarf.
| Raum | Normalbedarf saniert | Mit Aufschlag | Praktische Wahl |
|---|---|---|---|
| 8 m² Gästezimmer | 560 W | 660 W | 600 bis 800 W |
| 10 m² Homeoffice | 700 W | 830 W | 800 W |
| 12 m² Kinderzimmer | 840 W | 1.000 W | 800 W plus 450 W zweites Gerät |
| 16 m² Wohnzimmer | 1.120 W | 1.340 W | zwei Geräte oder besser Deckenmontage |
| 20 m² Wohnzimmer | 1.400 W | 1.680 W | Deckenmontage, Standgerät reicht nicht |
Ab etwa 16 Quadratmetern kippt die Rechnung. Zwei Standgeräte kosten mehr als ein Deckenpaneel und heizen schlechter. Den eigenen Bedarf rechnen Sie unter Watt berechnen durch.
Aufstellen: die fünf Regeln
Freie Sicht auf die Aufenthaltsfläche. Das Gerät muss den Sessel, den Schreibtisch oder das Bett direkt anstrahlen können. Ein Sofa dazwischen macht die Heizung wirkungslos.
Abstand zu brennbaren Materialien. Mindestens 50 Zentimeter zu Vorhängen, Polstern und Papier, in alle Richtungen. Die Oberfläche wird 80 bis 110 Grad heiß.
Standfestigkeit prüfen. Auf Teppich, Laminat oder unebenem Dielenboden kippen leichte Geräte. In Haushalten mit Kindern oder Hunden gehört ein Standgerät gesichert oder gar nicht erst aufgestellt.
Kabel führen. Ein Kabel quer durch den Raum ist eine Stolperfalle. Stellen Sie das Gerät in die Nähe der Steckdose oder verlegen Sie einen Kabelkanal.
Nicht an die Außenwand hinter das Sofa. Der klassische Fehler. Das Gerät heizt dann die Wand und die Sofalehne, nicht die Personen.
Betriebskosten
Beispiel für ein 800-Watt-Standgerät in einem 10 Quadratmeter großen Homeoffice, fünf Stunden an vier Tagen die Woche über 26 Wochen, 55 Prozent Einschaltdauer, 37,0 Cent je Kilowattstunde:
0,8 Kilowatt mal 286 tatsächliche Heizstunden gleich 229 Kilowattstunden gleich 85 Euro je Heizsaison.
Genau in diesem Nutzungsprofil ist die Infrarotheizung wirtschaftlich sinnvoll: wenige Stunden, ein Raum, keine Alternative ohne Bauarbeiten. Zu bedenken bleibt, dass es für Infrarotheizungen meist keinen günstigen Heizstromtarif gibt, jede Betriebsstunde läuft zum vollen Haushaltsstrompreis. Die vollständige Rechnung steht unter Kosten.
Was ein Standgerät nicht kann
- Eine Wohnung beheizen. Für Vollbeheizung ist die Bauform ungeeignet, dafür fehlt die Verteilung.
- Einen kalten Raum schnell warm machen. Die Luft bleibt kühl, warm werden die Flächen im Strahlungsweg. Wer Lufttemperatur will, braucht Zeit oder ein anderes Gerät.
- Eine Werkstatt heizen. Dort sind Dunkelstrahler an der Decke die passende Bauform, mehr dazu unter Werkstatt.
- Unbeaufsichtigt in einem Kinderzimmer stehen. Heiße Oberfläche in Griffhöhe plus Kippgefahr. Im Kinderzimmer gehört die Heizung an die Decke.
Erweitern statt ersetzen
Viele Haushalte fahren am besten mit einer Kombination. Ein Deckenpaneel liefert die Grundwärme im Hauptraum, ein Standgerät deckt den Raum ab, der nur zeitweise genutzt wird. Wer die Geräte über WLAN steuert, kann beide in dieselbe Zeitsteuerung einbinden, mehr dazu unter Smart Home und Thermostat.
Modelle mit Motiv gibt es auch als Standgerät, mehr dazu unter Bildheizung. Die Markenlage steht unter Könighaus, die Grundlagen zur Deckenheizung auf der Startseite und unter Deckenpaneel.
Häufige Fragen zum Standgerät
Ist ein Standgerät so effizient wie ein Deckenpaneel?
Physikalisch liefert jedes Gerät aus einer Kilowattstunde Strom dieselbe Wärmemenge. In der Praxis nutzt das Standgerät sie schlechter aus, weil ein Teil der Strahlung an Möbeln und Wänden landet statt an Personen. Rechnen Sie mit 15 bis 20 Prozent Mehrbedarf für dasselbe Wärmegefühl.
Kann ich ein Standgerät später an die Wand hängen?
Bei einigen Modellen ja, die Smart-Dual-Reihe ist ausdrücklich für beides ausgelegt. Bei reinen Standgeräten fehlt die Wandhalterung, sie lässt sich meist nachkaufen. Prüfen Sie das vor dem Kauf, wenn Sie später umziehen oder umbauen wollen.
Welche Wattzahl brauche ich für ein Gästezimmer?
Für 8 bis 10 Quadratmeter im sanierten Bestand 600 bis 800 Watt. Weil das Zimmer meist ausgekühlt ist, wenn Besuch kommt, planen Sie eine Vorlaufzeit von einer bis zwei Stunden ein oder wählen Sie das Gerät eine Stufe größer.
Ist ein Standgerät sicher, wenn Kinder im Haus sind?
Nur mit Einschränkungen. Die Oberfläche wird 80 bis 110 Grad heiß und steht in Griffhöhe, dazu kommt die Kippgefahr. In Kinderzimmern und in Haushalten mit Kleinkindern ist die Deckenmontage die sichere Lösung.
Was kostet ein Standgerät im Betrieb?
Ein 800-Watt-Gerät, an vier Tagen die Woche fünf Stunden genutzt, kostet über eine Heizsaison rund 85 Euro bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Dauerbetrieb in einem großen Raum kommt schnell auf das Doppelte bis Dreifache.
Braucht ein Standgerät ein separates Thermostat?
Bei Modellen mit integriertem Thermostat oder App-Steuerung nicht. Bei einfachen Geräten mit Ein-Aus-Schalter unbedingt, sonst läuft das Paneel durch. Ein Steckdosenthermostat für 25 bis 40 Euro senkt den Verbrauch um 40 bis 50 Prozent.