Infrarotheizung im Smart Home: was sich wirklich lohnt
Zuletzt aktualisiert am 4. September 2026
Eine Infrarotheizung ist für die Hausautomation der einfachste Fall überhaupt: ein Verbraucher, der nur an und aus kennt. Genau das macht die smarte Steuerung wirksam, denn bei einem Gerät ohne eigene Regelung entscheidet die Schaltlogik über die gesamte Stromrechnung.
Inhaltsverzeichnis
Warum sich Automation bei Infrarot besonders auszahlt
Drei Eigenschaften der Technik spielen der Automation in die Hände.
Kurze Aufheizzeit. Ein Paneel ist in zwei bis vier Minuten auf Betriebstemperatur. Sie können also punktgenau schalten, ohne eine Stunde Vorlauf einzuplanen. Bei einer Wasserheizung ginge das nicht.
Reine Ein-Aus-Steuerung. Es gibt kein Ventil, keine Vorlauftemperatur und keine Modulation. Eine WLAN-Steckdose genügt technisch vollständig, egal welcher Hersteller das Paneel gebaut hat.
Voller Haushaltsstrompreis. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es für Infrarotheizungen meist keinen günstigen Heizstrom gibt. Jede vermiedene Betriebsstunde spart deshalb zum vollen Tarif, nicht zu einem vergünstigten Heizstromtarif.

Die drei Wege ins Smart Home
| Weg | Was Sie brauchen | Kosten | Für wen |
|---|---|---|---|
| Paneel mit eigener App | Gerät mit integriertem WLAN | im Gerätepreis | wer neu kauft |
| Smarte Steckdose mit Fühler | WLAN-Steckdose, Steckergerät | 25 bis 50 € | Nachrüstung, Standgeräte |
| Smartes Raumthermostat | Unterputzmodul, Elektrofachkraft | 60 bis 120 € plus Montage | Festanschluss, Deckenheizung |
Paneel mit eigener App. Mehrere Deckenpaneele bringen inzwischen WLAN mit, ebenso die Smart-Dual-Reihe von Könighaus und die Smart-Home-Modelle von Klarstein. Der Vorteil ist der geringste Aufwand. Der Nachteil ist die Bindung an eine Hersteller-App, deren Zukunft niemand garantiert.
Smarte Steckdose mit Temperaturfühler. Der pragmatischste Weg. Eine WLAN-Steckdose schaltet den Stromkreis, ein Fühler misst die Raumtemperatur, die App regelt. Das funktioniert mit jedem Steckergerät, unabhängig von Marke und Baujahr. Achten Sie auf die Schaltleistung: Ein 1.000-Watt-Paneel braucht eine Steckdose, die dauerhaft 10 Ampere schaltet, viele Billigmodelle sind nur für kurzzeitige Lasten ausgelegt.
Smartes Raumthermostat. Bei einem fest angeschlossenen Deckenpaneel gibt es keine Steckdose, die man dazwischensetzen könnte. Dann kommt ein smartes Thermostat in die Unterputzdose oder ein Schaltaktor in die Deckendose. Das ist die sauberste, aber auch die aufwendigste Lösung. Wie die Anschlussvarianten aussehen, steht unter Deckenmontage.
Modelle mit WLAN im Überblick
Stand 4. September 2026.
| Modell | Bauform | Leistung | Preis |
|---|---|---|---|
| Deckenmontage mit Smart-Steuerung | Decke | 1.000 W | 109,99 € |
| Deckenpaneel mit App | Decke | 1.150 W | 249,90 € |
| Deckenpaneel mit App | Decke | 600 W | 165,90 € |
| Könighaus Smart Dual V2 | Stand und Wand | 450 bis 800 W | 76 bis 110 € |
| Könighaus Panorama Bildheizung | Wand | 1.200 W | 259,90 € |
| Klarstein Smart Home | Wand | 360 W | 114,99 € |
| Klarstein Smart Home | Wand | 770 W | wechselnd |
| KLAMER mit WLAN und Wochenprogramm | Wand | 2.600 W | 299,99 € |
| Meross Smart Steckdose mit Fühler | Zubehör | schaltet bis 16 A | 48,34 € |
Was Automation tatsächlich spart
Der Effekt entsteht nicht durch die App, sondern durch drei Funktionen, die ohne sie mühsam wären.
Zeitprogramm je Wochentag. Ein Homeoffice-Raum braucht an vier Tagen Wärme und an dreien nicht. Ein mechanisches Thermostat kann das nicht unterscheiden.
Anwesenheitserkennung. Über die Standortfunktion der App oder einen Präsenzmelder. In einem Raum, der unregelmäßig genutzt wird, ist das der größte Hebel.
Fensterkontakt. Ein Kontakt am Fenster schaltet die Heizung beim Lüften ab. Bei Infrarot ist der Effekt kleiner als bei einer Wasserheizung, weil die Strahlung ohnehin auf Flächen wirkt, spürbar bleibt er trotzdem.
| Ausbaustufe | Einschaltdauer | Verbrauch 1.000 W über 900 h | Kosten bei 37,0 ct |
|---|---|---|---|
| Ohne Regelung | 100 % | 900 kWh | 333 € |
| Einfaches Thermostat | 60 % | 540 kWh | 200 € |
| Wochenprogramm | 55 % | 495 kWh | 183 € |
| Wochenprogramm und Absenkung | 45 % | 405 kWh | 150 € |
| Zusätzlich Anwesenheit und Fensterkontakt | 38 % | 342 kWh | 127 € |
Zwischen ungeregeltem Betrieb und voll automatisierter Steuerung liegen rund 200 Euro je Heizsaison und Raum. Die vollständige Verbrauchsrechnung steht unter Stromverbrauch, die Kostenübersicht unter Kosten.
Sprachsteuerung
Alexa, Google Assistant und Apple Home steuern eine Infrarotheizung problemlos, sofern die Steckdose oder das Thermostat das jeweilige System unterstützt. Zwei Hinweise aus der Praxis:
Sprachbefehle ersetzen kein Zeitprogramm. Wer die Heizung per Zuruf schaltet, vergisst sie regelmäßig anzulassen. Die Ersparnis kommt aus der Automatik, nicht aus der Bequemlichkeit.
Die Rückmeldung fehlt oft. Viele einfache Steckdosen melden nur „an“ oder „aus“, nicht die Raumtemperatur. Für eine sinnvolle Regelung brauchen Sie ein Gerät mit Temperaturfühler, mehr dazu unter Thermostat.
Photovoltaik und Überschussteuerung
Der interessanteste Anwendungsfall für eine automatisierte Infrarotheizung ist eigener Solarstrom. Eine Kilowattstunde Eigenstrom kostet je nach Anlage 8 bis 14 Cent, gegenüber 37,0 Cent aus dem Netz. Damit ändert sich die Wirtschaftlichkeit der Technik grundlegend.
Praktisch funktioniert das über eine Überschusssteuerung: Der Wechselrichter meldet die aktuelle Einspeiseleistung, und die Automation schaltet das Paneel zu, sobald mehr als etwa 1,2 Kilowatt übrig sind.
Die Grenze dieser Idee steckt im Kalender. Der Wärmebedarf ist von November bis Februar am höchsten, der Solarertrag am niedrigsten. In den Übergangsmonaten März, April und Oktober trägt der Ansatz gut, im Hochwinter kaum.
Worauf Sie bei der Hardware achten
Schaltleistung der Steckdose. Für ein 1.000-Watt-Paneel brauchen Sie mindestens 10 Ampere Dauerlast, besser 16. Die Angabe steht im Datenblatt, nicht auf der Verpackung.
Zustand nach Stromausfall. Eine Steckdose, die nach dem Wiedereinschalten standardmäßig auf „an“ geht, heizt einen leeren Raum, bis jemand es merkt. Prüfen Sie, ob sich das Verhalten einstellen lässt.
Lokale Steuerung möglich? Geräte, die nur über eine Herstellercloud funktionieren, sind bei Serverproblemen unbedienbar. Modelle mit lokaler Anbindung, etwa über Matter, Zigbee oder eine offene Schnittstelle, sind langlebiger.
Verbrauchsmessung. Steckdosen mit Energiezähler zeigen, was der Raum tatsächlich verbraucht. Das ist die einzige Möglichkeit, die eigene Rechnung zu überprüfen, ohne einen Zwischenzähler zu setzen.
Kein WLAN im Bad ohne Schutzart. Smarte Steckdosen sind Innenraumgeräte ohne Feuchteschutz. Im Bad gehört die Schaltung in den Trockenbereich oder in die Unterputzdose, mehr dazu unter Bad.
Die Grundlagen zur Deckenheizung stehen auf der Startseite, die Bauformen unter Deckenpaneel und Standgerät, die Markenlage unter Könighaus und Klarstein.
Häufige Fragen zum Smart Home
Kann ich jede Infrarotheizung smart machen?
Jedes Gerät mit Stecker ja, über eine WLAN-Steckdose mit Temperaturfühler. Das Paneel selbst muss nichts können, weil es nur an und aus kennt. Bei fest angeschlossenen Deckenpaneelen brauchen Sie ein smartes Raumthermostat oder einen Schaltaktor in der Dose, das ist Sache einer Elektrofachkraft.
Welche WLAN-Steckdose hält 1.000 Watt aus?
Achten Sie auf mindestens 10 Ampere Dauerschaltleistung, besser 16 Ampere. Modelle mit 16 Ampere schalten bis rund 3.500 Watt und sind damit auch für zwei Paneele an einer Leiste geeignet. Billigmodelle mit nur kurzzeitiger Belastbarkeit sind für Dauerbetrieb ungeeignet.
Wie viel spart eine smarte Steuerung?
Gegenüber ungeregeltem Betrieb rund 60 Prozent, gegenüber einem einfachen Thermostat noch einmal 20 bis 30 Prozent. In Zahlen sind das bei einem 1.000-Watt-Paneel etwa 70 Euro je Heizsaison zusätzlich zu dem, was ein normales Thermostat ohnehin spart.
Funktioniert die Steuerung ohne Internet?
Nur bei Geräten mit lokaler Anbindung, etwa über Matter, Zigbee oder eine offene Schnittstelle im Heimnetz. Cloudgebundene Hersteller-Apps brauchen eine Internetverbindung und funktionieren bei Serverproblemen nicht. Für eine Heizung ist das ein Auswahlkriterium, kein Detail.
Lohnt sich eine Infrarotheizung mit Photovoltaik?
In den Übergangsmonaten deutlich, im Hochwinter kaum. Eigenstrom kostet 8 bis 14 Cent statt 37,0 Cent, damit halbieren sich die Betriebskosten im März, April und Oktober. Von November bis Februar reicht der Ertrag für den Wärmebedarf nicht aus.
Kann Alexa die Deckenheizung steuern?
Ja, sofern die Steckdose oder das Thermostat Alexa unterstützt. Nutzen Sie die Sprachsteuerung aber als Ergänzung zum Zeitprogramm, nicht als Ersatz. Die Ersparnis entsteht durch die Automatik, die zuverlässig abschaltet, nicht durch den bequemen Einschaltbefehl.