Funkthermostat für Infrarotheizung: regeln ohne neue Leitung
Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 2026
Bei einer Infrarotheizung an der Decke sitzt das Gerät oben, bedient wird unten. Genau diese Lücke schließt ein Funkthermostat, und es löst damit ein Problem, das bei der Nachrüstung fast immer auftritt.
Inhaltsverzeichnis
Das Problem bei der Deckenmontage
Bei der Deckenmontage liegt an der Zimmerdecke genau eine Leitung, und die kommt vom Lichtschalter. Wer daran ein Heizpaneel anschließt, hat drei unbefriedigende Möglichkeiten:
Über den Lichtschalter schalten. Dann ist die Heizung an, wenn das Licht an ist. Im Sommer heizen Sie mit, im Winter heizen Sie nur bei Licht.
Eine neue Leitung ziehen. Sauber, aber ein Eingriff in die Wand mit Stemmen, Verputzen und Streichen.
Ein Steckergerät nutzen. Dann hängt ein Kabel sichtbar von der Decke zur Steckdose.
Ein Funkthermostat umgeht alle drei. Der Empfänger sitzt am Gerät oder in der Deckendose, das Bedienteil mit dem Fühler steht frei im Raum. Zwischen beiden läuft Funk, keine Leitung.

Die drei Bauformen
| Bauform | Wo der Empfänger sitzt | Wo der Fühler sitzt | Passt bei |
|---|---|---|---|
| Steckdosenthermostat | in der Steckdose | im Gerät selbst | Steckergeräten, Standgeräten |
| Funk-Set mit Zwischenstecker | Zwischenstecker an der Steckdose | frei im Raum | Steckergeräten mit Deckenmontage |
| Funk-Set mit Aufputz-Empfänger | am Heizgerät oder in der Dose | frei im Raum | fest angeschlossenen Deckenpaneelen |
Der zweite und dritte Fall sind für die Deckenheizung die interessanten, weil sie den Fühler dorthin bringen, wo Sie sitzen, statt dorthin, wo die Steckdose ist.
Warum die Fühlerposition alles entscheidet
Das ist der häufigste Fehler bei Infrarotheizungen und der Grund, warum das reine Steckdosenthermostat bei Deckenmontage die schwächere Lösung ist.
Fühler im Strahlungskegel. Ein Deckenpaneel strahlt senkrecht nach unten. Ein Fühler, der dort sitzt, misst die Strahlung des eigenen Geräts, meldet nach wenigen Minuten die Solltemperatur und schaltet ab, während der Raum noch kalt ist. Danach kühlt er schnell aus, das Gerät schaltet wieder ein. Aus einer sauberen Regelung wird ein Takten im Minutentakt.
Fühler an der Außenwand über dem Boden, dort wo die Steckdose sitzt. Dauerhaft kühler als der Raum, das Gerät läuft länger als nötig.
Richtig: Innenwand, 1,20 bis 1,50 Meter Höhe, außerhalb des Strahlungskegels, in der Nähe der Aufenthaltsfläche. Bei einem Funkthermostat stellen Sie das Bedienteil einfach dorthin, wo Sie sitzen.
Reichweite und Störquellen
Funk-Sets arbeiten meist auf 433 oder 868 Megahertz und geben Reichweiten von 25 bis 50 Metern an. Das ist die Angabe für freie Sicht, in Gebäuden gilt sie nicht.
| Hindernis | Wirkung auf die Reichweite |
|---|---|
| Gipskartonwand | gering |
| Ziegelwand | spürbar |
| Stahlbetondecke | stark, teils vollständige Blockade |
| Metallständerwerk | stark |
| Fußbodenheizung im Estrich | stark, wirkt wie ein Schirm |
| Blechschrank oder Kühlschrank in der Sichtlinie | stark |
Praktische Regeln: Innerhalb eines Raums funktioniert Funk fast immer. Durch eine Stahlbetondecke hindurch oft nicht. Wenn Empfänger und Bedienteil im selben Raum bleiben, was bei der Deckenheizung die Regel ist, sind Störungen selten.
Beim Kauf prüfen: Ob sich mehrere Empfänger an ein Bedienteil koppeln lassen. Bei zwei Paneelen in einem großen Raum ist das der Unterschied zwischen einer und zwei Bedieneinheiten.
Batterien. Bedienteile laufen meist auf zwei AA-Batterien, ein bis zwei Jahre. Ein Gerät, das die Solltemperatur bei leeren Batterien vergisst, ist ärgerlich, ein Gerät, das dann dauerhaft einschaltet, ist teuer. Prüfen Sie, was beim Batteriewechsel passiert.
Zeitprogramme richtig nutzen
Der eigentliche Grund für ein Thermostat ist nicht der Komfort, sondern das Wochenprogramm, das Stromverbrauch und Heizkosten senkt.
| Betrieb | Einschaltdauer | Verbrauch bei 1.000 W über 900 h | Kosten bei 37,0 ct |
|---|---|---|---|
| Ohne Regelung | 100 % | 900 kWh | 333 € |
| Einfaches Steckdosenthermostat | 60 % | 540 kWh | 200 € |
| Funkthermostat mit Wochenprogramm | 55 % | 495 kWh | 183 € |
| Wochenprogramm plus Nachtabsenkung | 45 % | 405 kWh | 150 € |
Verstärkt wird der Effekt durch den Tarif. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es für Infrarotheizungen meist keinen günstigen Heizstrom gibt. Jede eingesparte Kilowattstunde zählt also zum vollen Haushaltsstrompreis.
Sinnvolle Profile:
| Raum | Programm |
|---|---|
| Bad | 6 bis 8 Uhr auf 22 Grad, 19 bis 21 Uhr auf 22 Grad, sonst 17 Grad |
| Schlafzimmer | 6 bis 7:30 Uhr auf 20 Grad, sonst 16 bis 17 Grad |
| Homeoffice | werktags 8 bis 17 Uhr auf 21 Grad, sonst 17 Grad |
| Wohnzimmer | 17 bis 22 Uhr auf 21 Grad, Wochenende ab 10 Uhr |
| Gästezimmer | dauerhaft 15 Grad, manuell hochsetzen |
Absenktemperatur nicht unter 15 bis 16 Grad. Darunter steigt die relative Feuchte an kalten Oberflächen so weit, dass Kondensat entstehen kann.
Montage und Anschluss
Empfänger am Deckenpaneel. Das Aufputzmodul wird zwischen Zuleitung und Gerät gesetzt, meist direkt an der Deckendose. Der Anschluss gehört zu einer Elektrofachkraft, weil er in die feste Installation eingreift.
Zwischenstecker. Bei Steckergeräten stecken Sie den Empfänger einfach in die Steckdose, das braucht keinen Elektriker.
Schaltleistung prüfen. Die meisten Empfänger schalten 16 Ampere, also rund 3.600 Watt. Bei zwei Paneelen an einem Empfänger addieren sich die Leistungen.
Im Bad. Ein Funkthermostat mit Bedienteil im Trockenbereich ist dort besonders praktisch, weil Steckdosen in den Schutzbereichen im Bad unzulässig sind. Der Empfänger sitzt in der Dose, das Bedienteil auf dem Regal.
Funk, Steckdose oder Smart Home?
| Ihre Lage | Empfehlung |
|---|---|
| Deckenpaneel, fest angeschlossen | Funk-Set mit Aufputz-Empfänger |
| Deckenpaneel mit Stecker | Funk-Set mit Zwischenstecker |
| Standgerät | Steckdosenthermostat genügt |
| Sie wollen per App steuern | smarte Lösung im Smart Home |
| Zwei Paneele in einem Raum | Funk-Set mit zwei koppelbaren Empfängern |
| Sie sind selten zu Hause | WLAN, damit Fernsteuerung möglich ist |
| Möglichst einfach und günstig | Steckdosenthermostat, die günstigste Lösung |
Der Unterschied zwischen Funk und WLAN: Ein Funkthermostat arbeitet autark im Raum, ohne Internet, ohne App, ohne Cloud. Es fällt nicht aus, wenn ein Anbieter seinen Dienst einstellt. Ein WLAN-Thermostat kann dafür fernsteuern und sich in eine Hausautomation einbinden. Für ein Gästezimmer, das Sie zweimal im Jahr nutzen, ist WLAN praktischer, für ein Bad mit festem Rhythmus reicht Funk.
Häufige Fragen zum Funkthermostat
Warum ein Funkthermostat statt eines Steckdosenthermostats?
Weil der Fühler frei im Raum stehen kann. Ein Steckdosenthermostat misst dort, wo die Steckdose sitzt, meist an der Außenwand knapp über dem Boden. Bei einer Deckenheizung ist das die falsche Stelle, weil dort dauerhaft eine andere Temperatur herrscht als im Aufenthaltsbereich.
Welche Reichweite hat ein Funkthermostat?
Hersteller nennen 25 bis 50 Meter, das gilt für freie Sicht. Innerhalb eines Raums funktioniert Funk praktisch immer, durch eine Stahlbetondecke oft nicht. Bei einer Deckenheizung bleiben Empfänger und Bedienteil ohnehin im selben Raum.
Braucht der Einbau eine Elektrofachkraft?
Bei einem Zwischenstecker für ein Steckergerät nicht. Bei einem Aufputz-Empfänger, der an der Deckendose zwischen Zuleitung und Paneel gesetzt wird, ja, weil dabei in die feste Installation eingegriffen wird.
Wie viel spart ein Funkthermostat?
Gegenüber ungeregeltem Betrieb 40 bis 50 Prozent, mit zusätzlicher Nachtabsenkung bis 55 Prozent. Bei einem 1.000-Watt-Paneel mit 900 Betriebsstunden sind das 150 bis 180 Euro je Heizsaison bei 37,0 Cent je Kilowattstunde.
Kann ein Thermostat mehrere Heizungen steuern?
Bei vielen Funk-Sets ja, dort lassen sich mehrere Empfänger an ein Bedienteil koppeln. Prüfen Sie das vor dem Kauf, wenn Sie zwei Paneele in einem Raum betreiben. Achten Sie außerdem auf die Schaltleistung, üblicherweise 16 Ampere für rund 3.600 Watt.
Was passiert bei leeren Batterien?
Das hängt vom Modell ab, und es ist ein Kaufkriterium. Manche Geräte behalten die Einstellungen und schalten im Zweifel ab, andere vergessen das Programm oder schalten dauerhaft ein. Die zweite Variante kann eine teure Heizsaison bedeuten.