Fünf Fehler bei der Deckenmontage, die teuer werden
Ein Infrarotpaneel an die Decke zu bringen, ist handwerklich überschaubar. Trotzdem gehen bei kaum einem anderen Heizgerät so viele Installationen schief, und die Fehler haben eines gemeinsam: Sie fallen erst auf, wenn die Heizung schon läuft und die Rechnung kommt. Diese fünf sind die häufigsten.
Inhaltsverzeichnis
- Fehler 1: Die Lampendose als Aufhängung nehmen
- Fehler 2: Den Luftspalt weglassen
- Fehler 3: Den Temperaturfühler in den Strahlungskegel hängen
- Fehler 4: Das Paneel in die geometrische Raummitte hängen
- Fehler 5: Bei zwei Paneelen beide nebeneinander setzen
- Was diese Fehler zusammen kosten
- Die Checkliste vor dem Bohren
Fehler 1: Die Lampendose als Aufhängung nehmen
Der Klassiker. An der Decke hängt bereits etwas, also nimmt man den vorhandenen Haken oder die vorhandene Dose. Eine Deckenauslassdose ist für eine Leuchte ausgelegt, also für etwa 5 Kilogramm. Ein Deckenpaneel mit 120 mal 60 Zentimetern wiegt 10 bis 18 Kilogramm.
Was dabei kritisch ist: Die Dose hält beim Montieren oft, weil die Last langsam aufgebracht wird. Sie gibt später nach, wenn die Kunststoffhalterung durch die Wärme des Paneels weich wird und über Monate arbeitet.
Richtig: Die Last gehört in die Rohdecke, mit Dübeln, die zum Material passen. In Beton ein Spreiz- oder Injektionsdübel, in einer Holzbalkendecke Schrauben in den Balken, in einer abgehängten Decke eine Befestigung an der Unterkonstruktion oder eine Durchbindung zur Rohdecke. Die elektrische Dose bleibt, was sie ist: der Anschlusspunkt, nicht der Lastpunkt.
Fehler 2: Den Luftspalt weglassen
Jeder Hersteller schreibt einen Abstand zwischen Paneelrückseite und Deckenfläche vor, meist 20 bis 50 Millimeter. Viele Montagen setzen das Paneel flach an die Decke, weil es optisch besser aussieht.
Der Spalt ist keine Designfrage. Die Rückseite des Paneels gibt Restwärme ab, und die steigt nach oben. Ohne Luftzirkulation staut sie sich zwischen Gerät und Decke. Die Folgen reichen von einer Verfärbung der Deckenfläche über einen dauerhaft ansprechenden Überhitzungsschutz bis zur Beschädigung der Heizschicht.
Richtig: Die Abstandshalter des Herstellers verwenden, auch wenn sie das Paneel sichtbarer machen. Der vorgegebene Abstand ist Bedingung für den bestimmungsgemäßen Betrieb, nicht Empfehlung.
Fehler 3: Den Temperaturfühler in den Strahlungskegel hängen
Der teuerste Fehler, weil er dauerhaft Geld kostet, ohne aufzufallen.
Ein Deckenpaneel strahlt senkrecht nach unten. Wer den Fühler eines Thermostats in diesem Kegel platziert, misst nicht die Raumtemperatur, sondern die Strahlung des eigenen Geräts. Der Fühler meldet nach wenigen Minuten die Solltemperatur, das Paneel schaltet ab, der Raum ist noch kalt. Danach kühlt der Fühler schnell aus, das Paneel schaltet wieder ein. Aus einer sauberen Regelung wird ein Takten im Minutentakt, der Raum wird nie richtig warm, und der Verbrauch bleibt hoch.
Ein zweiter, gegenläufiger Fall: Der Fühler sitzt an der Außenwand knapp über dem Boden, weil dort die Steckdose ist. Dort ist es dauerhaft kühler als im Raum, das Paneel läuft länger als nötig.
Richtig: Fühler an eine Innenwand, in 1,20 bis 1,50 Metern Höhe, außerhalb des Strahlungskegels, in der Nähe der Aufenthaltsfläche. Bei Deckenpaneelen ist ein Funkthermostat mit getrenntem Bedienteil die passende Bauform, weil man das Bedienteil dorthin stellt, wo man sitzt.
Fehler 4: Das Paneel in die geometrische Raummitte hängen
Die Deckenmitte ist der Ort, an dem die Lampe hing, also hängt man das Paneel dorthin. In vielen Räumen ist das die falsche Stelle.
Ein Wohnzimmer wird nicht in der Mitte genutzt, sondern auf dem Sofa an einer Seite. Ein Schlafzimmer wird im Bett genutzt. Ein Homeoffice am Schreibtisch. Strahlungswärme wirkt dort, wo sie auftrifft, und der Wirkungsverlust zur Seite hin ist erheblich.
Ein weiterer Fall: das Paneel über dem Bettkopfende. Direkte Strahlung auf den Kopf über Stunden empfinden viele als unangenehm, manche bekommen davon Kopfschmerzen. Das Gerät gehört über die Bettmitte oder den Fußbereich.
Richtig: Die Position nach der Nutzung wählen, nicht nach der Geometrie. Wo der vorhandene Anschluss nicht passt, ist eine Abzweigung durch eine Elektrofachkraft die kleinere Investition gegenüber einem Gerät, das an der falschen Stelle heizt.
Fehler 5: Bei zwei Paneelen beide nebeneinander setzen
Ab etwa 18 Quadratmetern braucht ein Raum zwei Geräte. Häufig werden sie nebeneinander montiert, weil dort die Leitung liegt oder weil es symmetrisch aussieht.
Zwei Paneele nebeneinander wirken wie ein großes: Sie bestrahlen dieselbe Fläche doppelt, während die andere Raumhälfte kalt bleibt. Die installierte Leistung stimmt, die Verteilung nicht.
Richtig: Die Geräte über die Nutzungszonen verteilen, etwa eines über dem Sitzbereich und eines über dem Esstisch. Zwei Paneele mit je 800 Watt, sinnvoll verteilt, heizen einen 20 Quadratmeter großen Raum spürbar gleichmäßiger als eines mit 1.600 Watt in der Mitte.
Was diese Fehler zusammen kosten
Ein Rechenbeispiel für ein 1.000-Watt-Paneel in einem 14 Quadratmeter großen Raum über eine Heizsaison mit 150 Tagen und sechs Stunden täglicher Nutzung.
| Zustand | Einschaltdauer | Verbrauch | Kosten bei 37 ct |
|---|---|---|---|
| Sauber montiert und geregelt | 55 % | 495 kWh | 183 € |
| Fühler im Strahlungskegel, Takten | 75 % | 675 kWh | 250 € |
| Falsche Position, wird nicht warm, Sollwert erhöht | 85 % | 765 kWh | 283 € |
| Ohne Thermostat, Dauerbetrieb | 100 % | 900 kWh | 333 € |
Zwischen der sauberen und der schlechtesten Variante liegen 150 Euro je Saison, bei identischer Hardware. Über zehn Jahre sind das 1.500 Euro, ein Vielfaches des Gerätepreises. Wie sich der Stromverbrauch im Haushalt insgesamt verteilt, zeigt das Umweltbundesamt.
Die Checkliste vor dem Bohren
- Deckenmaterial bestimmen und passende Dübel besorgen, nicht die Lampendose belasten.
- Vorgeschriebenen Luftspalt einhalten, Abstandshalter des Herstellers verwenden.
- Position nach der Nutzung wählen, nicht nach der Deckenmitte.
- Bei zwei Paneelen über die Zonen verteilen.
- Fühler an eine Innenwand außerhalb des Strahlungskegels setzen.
- Festanschluss von einer Elektrofachkraft ausführen lassen.
- Nach einer Woche Betrieb die Deckenfläche über dem Paneel prüfen, sie darf sich nur handwarm anfühlen.