Infrarotheizung Thermostat: der größte Sparhebel
Zuletzt aktualisiert am 4. September 2026
Das Thermostat ist das billigste Teil der Anlage und das mit dem größten Einfluss auf die Stromrechnung. Zwischen einem ungeregelten Paneel und einem mit Wochenprogramm liegen 40 bis 50 Prozent Verbrauch. Diese Seite erklärt die Bauformen, den richtigen Fühlerort und die typischen Fehler.
Inhaltsverzeichnis
Warum ein Thermostat bei Infrarot unverzichtbar ist
Ein Infrarotpaneel hat keine Regelung. Liegt Strom an, heizt es mit voller Leistung, bis der Strom weggenommen wird. Ein Gerät mit 1.000 Watt zieht also 1.000 Watt, egal ob der Raum 16 oder 24 Grad hat.
Das Thermostat schaltet den Stromkreis, sobald die Solltemperatur erreicht ist. Aus dem Dauerbetrieb wird ein Taktbetrieb mit typischerweise 50 bis 60 Prozent Einschaltdauer. Genau diese Einschaltdauer ist die Zahl, die auf der Stromrechnung landet.
| Betrieb | Einschaltdauer | Verbrauch bei 1.000 W über 900 h | Kosten bei 37,0 ct |
|---|---|---|---|
| Ohne Regelung, manuell geschaltet | 100 % | 900 kWh | 333 € |
| Einfaches Steckdosenthermostat | 60 % | 540 kWh | 200 € |
| Thermostat mit Wochenprogramm | 55 % | 495 kWh | 183 € |
| Wochenprogramm plus Absenkung | 45 % | 405 kWh | 150 € |
Ein Thermostat für 30 Euro spart in der ersten Saison über 100 Euro. Kein anderes Bauteil dieser Anlage hat ein vergleichbares Verhältnis.
Verstärkt wird der Effekt durch den Tarif. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es für Infrarotheizungen meist keinen günstigen Heizstrom gibt. Jede eingesparte Kilowattstunde zählt damit zum vollen Haushaltsstrompreis, nicht zu einem vergünstigten Heizstromtarif.

Die Verwechslung, die am häufigsten passiert
In jeder Suche nach „Thermostat Infrarotheizung“ tauchen Heizkörperthermostate auf, also die Drehköpfe für Wasserheizkörper. Sie sind für eine Infrarotheizung vollkommen nutzlos.
| Bauform | Wofür | Für Infrarot? |
|---|---|---|
| Heizkörperthermostat | Ventil eines Wasserheizkörpers | nein, es gibt kein Ventil |
| Steckdosenthermostat | schaltet ein Steckergerät | ja, der Standardfall |
| Funkthermostat mit Empfänger | Fühler frei platzierbar, Empfänger am Gerät | ja, die beste Lösung |
| Raumthermostat fest verdrahtet | fest angeschlossene Geräte | ja, bei Festanschluss |
| Smart-Steckdose mit Temperaturfühler | WLAN-Steuerung eines Steckergeräts | ja, mit App-Anbindung |
Merksatz: Wenn das Thermostat auf einen Heizkörper geschraubt wird, ist es das falsche.
Die vier Bauformen im Detail
Steckdosenthermostat. Ein Adapter zwischen Steckdose und Gerätestecker, mit eigenem Temperaturfühler. Kostet 25 bis 40 Euro, ist in einer Minute eingebaut und braucht keinen Elektriker. Der Nachteil steckt im Fühler: Er misst dort, wo die Steckdose sitzt, also meist an einer Außenwand knapp über dem Boden. Das ist selten die Stelle, an der die Temperatur zählt.
Funkthermostat mit Empfänger. Ein Empfängermodul kommt an das Gerät oder in die Steckdose, das Bedienteil mit Fühler steht frei im Raum. Kostet 45 bis 75 Euro und löst das Fühlerproblem vollständig. Für Deckenpaneele ist das die passende Bauform, weil der Empfänger oben am Gerät sitzt und die Bedienung unten in Griffhöhe bleibt.
Fest verdrahtetes Raumthermostat. Wird in eine Unterputzdose gesetzt und schaltet den Stromkreis. Sauberste Lösung ohne sichtbare Technik, braucht aber eine Elektrofachkraft und eine passende Leitungsführung. Bei einer Deckenheizung mit Festanschluss ist das der Normalfall.
Smarte Lösung mit WLAN. Eine WLAN-Steckdose mit Temperaturfühler oder ein Thermostat mit App. Kostet 40 bis 60 Euro und erlaubt Zeitprogramme, Fernsteuerung und Anbindung an eine Hausautomation. Mehr dazu unter Smart Home.
Modelle im Überblick
Stand 4. September 2026.
| Modell | Typ | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|
| ELEKTROBOCK TS05 | Steckdosenthermostat | 25,90 € | 4,4 bei 5.427 |
| ST35 Analog | Steckdosen-Temperaturregler | 27,90 € | 4,5 |
| BR Bringer Funk-Thermostat | Steckdose mit Funk | 39,90 € | 4,0 bei 55 |
| Mi-Heat Mi-250S RF | Funk-Set mit Empfänger | 47,90 € | 4,4 bei 77 |
| Mi-Heat Mi-300S RF | Funk-Set, programmierbar | 54,90 € | 4,5 |
| Meross Smart Steckdose | WLAN, HomeKit | 48,34 € | 4,4 bei 546 |
| ELEKTROBOCK BT731 | Funk-Raumthermostat, Standfuß | 69,01 € | 4,4 bei 80 |
| ELEKTROBOCK BT013 | Funk mit Zwischensteckdose | 70,99 € | 4,9 bei 12 |
Wo der Fühler hingehört
Der häufigste Fehler bei Infrarotheizungen ist ein falsch platzierter Fühler. Er misst dann eine Temperatur, die es im Raum so nicht gibt, und die Heizung regelt gegen ein Phantom.
Richtig: an einer Innenwand, in 1,20 bis 1,50 Metern Höhe, außerhalb des direkten Strahlungskegels, in der Nähe der Aufenthaltsfläche.
Falsch:
- Im Strahlungskegel des Paneels. Der Fühler wird direkt angestrahlt, meldet zu früh die Solltemperatur und schaltet ab, während der Raum noch kalt ist. Das ist bei Deckenpaneelen der klassische Fehler, weil der Kegel senkrecht nach unten geht.
- An der Außenwand. Dort ist es dauerhaft kühler, die Heizung läuft länger als nötig.
- Direkt über einer Steckdosenleiste oder hinter dem Fernseher. Elektronik erwärmt die Luft und täuscht Wärme vor.
- Neben der Tür oder im Zugluftbereich. Jedes Öffnen der Tür löst einen Regelvorgang aus.
- Direkt neben der Dusche im Bad. Feuchte und warme Luft nach dem Duschen sind kein Maß für die Raumtemperatur.
Bei einem Deckenpaneel ist die Fühlerplatzierung der Grund, warum das Funkthermostat dem Steckdosenthermostat überlegen ist: Sie stellen das Bedienteil dorthin, wo Sie sitzen.
Zeitprogramm richtig einstellen
Ein Wochenprogramm ist bei Infrarot wirksamer als bei einer Wasserheizung, weil das Paneel in zwei bis vier Minuten auf Temperatur ist. Sie brauchen kaum Vorlauf.
| Raum | Sinnvolles Profil |
|---|---|
| Bad | 6 bis 8 Uhr auf 22 Grad, 19 bis 21 Uhr auf 22 Grad, sonst 17 Grad |
| Schlafzimmer | 6 bis 7:30 Uhr auf 20 Grad, 21 bis 22 Uhr auf 19 Grad, sonst 16 Grad |
| Homeoffice | 8 bis 17 Uhr an Werktagen auf 21 Grad, sonst 17 Grad |
| Wohnzimmer | 17 bis 22 Uhr auf 21 Grad, Wochenende ab 10 Uhr, sonst 18 Grad |
| Gästezimmer | dauerhaft 15 Grad, manuell hochsetzen bei Besuch |
Zur Absenktemperatur. Gehen Sie nicht unter 15 bis 16 Grad. Unterhalb davon steigt die relative Luftfeuchte an kalten Flächen so weit, dass Kondensat entstehen kann, mehr dazu unter Schimmel. Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie, das gilt auch hier.
Einbau bei einer Deckenheizung
Drei Wege, je nach Anschlussart:
| Anschluss | Passende Lösung |
|---|---|
| Paneel mit Stecker an Steckdose | Steckdosenthermostat oder Smart-Steckdose |
| Paneel fest an der Deckendose | Unterputz-Raumthermostat im Schalterkreis |
| Paneel fest, keine Leitung zum Schalter | Funkthermostat, Empfänger am Gerät |
Der dritte Fall ist bei Nachrüstungen der Normalfall. An der Decke liegt der Lichtschalterkreis, den man nicht ohne Weiteres als Heizkreis nutzen kann. Ein Funkthermostat mit Empfänger direkt am Paneel umgeht das ohne neue Leitung. Wie die Anschlussvarianten aussehen, steht unter Deckenmontage.
Was ein Thermostat nicht leistet
- Es senkt nicht den Wattbedarf. Ein unterdimensioniertes Paneel wird auch mit perfekter Regelung nicht warm, es läuft dann nur dauerhaft. Die Auslegung rechnen Sie unter Watt berechnen.
- Es ersetzt keine Dämmung. In einem zugigen Altbauraum regelt es gegen den Wärmeverlust, es beseitigt ihn nicht.
- Es macht Infrarot nicht billiger als Gas. Der Arbeitspreis bleibt, was er ist, mehr dazu unter Kosten und Stromverbrauch.
Die Grundlagen zur Deckenheizung stehen auf der Startseite, die Kaufberatung unter Infrarotheizung kaufen.
Häufige Fragen zum Thermostat
Welches Thermostat passt zu einer Infrarotheizung?
Ein Steckdosenthermostat bei Geräten mit Stecker, ein fest verdrahtetes Raumthermostat bei Festanschluss und ein Funkthermostat mit Empfänger, wenn der Fühler frei im Raum stehen soll. Heizkörperthermostate für Wasserheizungen sind ungeeignet, es gibt kein Ventil zu regeln.
Wie viel spart ein Thermostat?
Zwischen 40 und 50 Prozent gegenüber ungeregeltem Betrieb. Bei einem 1.000-Watt-Paneel mit 900 Betriebsstunden sind das rund 150 Euro je Heizsaison bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Ein Thermostat für 30 bis 55 Euro amortisiert sich damit in der ersten Saison.
Wo bringe ich den Temperaturfühler an?
An einer Innenwand, in 1,20 bis 1,50 Metern Höhe, außerhalb des Strahlungskegels und in der Nähe der Aufenthaltsfläche. Nicht direkt unter dem Deckenpaneel, nicht an der Außenwand und nicht neben Elektronik oder im Zugluftbereich.
Liegt bei Infrarotheizungen ein Thermostat bei?
Je nach Modell und Händler. Viele Markengeräte kommen mit einem einfachen Steckdosenthermostat, viele No-Name-Angebote nur mit Fernbedienung ohne Regelung. Prüfen Sie den Lieferumfang vor dem Kauf, sonst stimmt der Preisvergleich nicht.
Funktioniert ein smartes Thermostat mit jeder Infrarotheizung?
Mit jedem Gerät, das über einen Stecker läuft, ja. Eine WLAN-Steckdose mit Temperaturfühler schaltet den Stromkreis und braucht keine Kooperation des Heizgeräts. Bei Festanschluss brauchen Sie ein smartes Raumthermostat oder ein Schaltmodul in der Unterputzdose.
Wie tief darf ich nachts absenken?
Auf 15 bis 16 Grad. Tiefer sollten Sie nicht gehen, weil an kalten Oberflächen sonst Kondensat entstehen kann. Je Grad Absenkung sparen Sie grob 6 Prozent Heizenergie, der Effekt ist bei Infrarot wegen der kurzen Aufheizzeit ohne Komfortverlust nutzbar.