Infrarotheizung Stromverbrauch: pro Stunde, Monat und Jahr gerechnet
Zuletzt aktualisiert am 30. Oktober 2026
Der Stromverbrauch einer Infrarotheizung ist in einer Stunde Volllast genau so hoch wie ihre Nennleistung. Ein Gerät mit 1.000 Watt verbraucht in dieser Stunde eine Kilowattstunde, das kostet beim aktuellen Durchschnittspreis von 37,0 Cent also 37 Cent. Wie viel daraus im Monat und im Jahr wird, entscheidet allein die Zahl der Stunden, in denen das Paneel tatsächlich heizt.
Beim Stromverbrauch trennen sich zwei Lager. Herstellerseiten rechnen mit optimistischen Einschaltzeiten und kommen auf Beträge, die nach Kleingeld aussehen. Kritiker dagegen rechnen mit Dauerbetrieb und kommen auf Zahlen, bei denen niemand mehr kauft. Beides ist zwar rechnerisch korrekt, aber praktisch falsch. Deshalb stehen hier beide Werte nebeneinander, dazu die Annahmen, mit denen sie zustande kommen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Rechenformel
- Verbrauch pro Stunde je Leistung
- Infrarotheizung mit 1.000 Watt: Verbrauch pro Stunde, Tag, Monat und Jahr
- Warum die Einschaltdauer alles entscheidet
- Verbrauch je Raumgröße
- Rechenbeispiel mit aktuellem Strompreis
- Sind Infrarotheizungen Stromfresser?
- Vergleich zu Gas, Wärmepumpe und Nachtspeicher
- Warum die Deckenmontage den Verbrauch beeinflusst
- Sechs Stellschrauben zum Sparen
- Häufige Fragen zum Stromverbrauch
Die Rechenformel
Verbrauch in Kilowattstunden gleich Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden. Kosten gleich Verbrauch mal Strompreis.
Ein Beispiel zum Mitrechnen: Ein Paneel mit 1.000 Watt läuft an 150 Heiztagen jeweils vier Stunden. Also sind das 1,0 Kilowatt mal 600 Stunden gleich 600 Kilowattstunden. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag laut BDEW-Strompreisanalyse im August 2026 bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Somit macht das 222 Euro in der Saison.
Der entscheidende Wert in dieser Formel sind die Betriebsstunden, und genau dort wird gemogelt.

Verbrauch pro Stunde je Leistung
Solange das Paneel heizt, zieht es genau seine Nennleistung. Die Tabelle zeigt, was eine volle Betriebsstunde kostet, gerechnet mit 37,0 Cent je Kilowattstunde. Denn mit Thermostat laufen die Geräte nur einen Teil der Stunde, die realen Kosten liegen entsprechend darunter.
| Leistung | Verbrauch je Stunde | Kosten je Stunde | Mit Thermostat (55 %) |
|---|---|---|---|
| 300 W | 0,3 kWh | 11 Cent | 6 Cent |
| 400 W | 0,4 kWh | 15 Cent | 8 Cent |
| 600 W | 0,6 kWh | 22 Cent | 12 Cent |
| 800 W | 0,8 kWh | 30 Cent | 16 Cent |
| 1.000 W | 1,0 kWh | 37 Cent | 20 Cent |
| 1.200 W | 1,2 kWh | 44 Cent | 24 Cent |
| 1.500 W | 1,5 kWh | 56 Cent | 31 Cent |
| 2.000 W | 2,0 kWh | 74 Cent | 41 Cent |
Wer für einen größeren Raum ein stärkeres Paneel erwägt, findet bei der Infrarotheizung mit 2000 Watt Raumgrößen, Betriebskosten und Hinweise zum Anschluss.
Infrarotheizung mit 1.000 Watt: Verbrauch pro Stunde, Tag, Monat und Jahr
Die Leistungsklasse um 1.000 Watt ist die häufigste für Wohnräume, deshalb hier der Verbrauch Schritt für Schritt. Annahmen: sechs Stunden Nutzung am Tag, 30 Tage im Monat, 150 Heiztage in der Saison, 37,0 Cent je Kilowattstunde.
| Zeitraum | Verbrauch bei Volllast | Kosten bei Volllast | Verbrauch mit Thermostat (55 %) | Kosten mit Thermostat |
|---|---|---|---|---|
| 1 Stunde | 1,0 kWh | 0,37 € | 0,55 kWh | 0,20 € |
| 1 Tag, 6 Stunden | 6,0 kWh | 2,22 € | 3,3 kWh | 1,22 € |
| 1 Monat | 180 kWh | 67 € | 99 kWh | 37 € |
| 1 Heizsaison, 150 Tage | 900 kWh | 333 € | 495 kWh | 183 € |
Die Spalte mit Thermostat ist der realistische Wert für einen passend ausgelegten Raum. Für welche Raumgröße eine Infrarotheizung mit 1000 Watt überhaupt reicht, hängt an der Dämmung, im gut gedämmten Raum sind es rund 14 Quadratmeter, im Altbau rund 10. Läuft das Gerät in einem zu großen Raum ohne Pause, gilt die Spalte mit Volllast.
Warum die Einschaltdauer alles entscheidet
Eine Infrarotheizung mit Thermostat läuft nicht durch. Sie heizt auf, das Thermostat schaltet ab, der Raum kühlt langsam aus, das Thermostat schaltet wieder zu. Wie hoch der Anteil der Einschaltzeit ist, hängt an drei Dingen: an der Dämmung, an der Dimensionierung des Paneels und an der gewünschten Temperatur.
Als Anhaltswerte für ein passend ausgelegtes Paneel:
| Situation | Einschaltdauer |
|---|---|
| Neubau, gut gedämmt, 20 Grad Zieltemperatur | 35 bis 45 Prozent |
| Saniertes Gebäude, normale Dämmung | 50 bis 60 Prozent |
| Altbau, ungedämmt, kalte Außenwände | 70 bis 90 Prozent |
| Ohne Thermostat, Dauerbetrieb | 100 Prozent |
Die Tabellen weiter unten rechnen mit 55 Prozent. Das ist also der realistische Mittelwert für eine sanierte Wohnung mit korrekt dimensioniertem Paneel. Wer im ungedämmten Altbau wohnt, rechnet mit dem Dauerbetriebswert und liegt damit näher an der Wahrheit.
Verbrauch je Raumgröße
Annahmen: 150 Heiztage, sechs Stunden Nutzung am Tag, Wattbedarf nach der üblichen Auslegung für gut gedämmte Räume, Strompreis 37,0 Cent je Kilowattstunde (BDEW, August 2026).
| Raum | Leistung | Verbrauch bei Dauerbetrieb | Verbrauch bei 55 Prozent | Kosten Dauerbetrieb | Kosten realistisch | Kosten je Monat |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 10 m² | 600 W | 540 kWh | 297 kWh | 200 € | 110 € | 22 € |
| 15 m² | 800 W | 720 kWh | 396 kWh | 266 € | 147 € | 29 € |
| 20 m² | 1.200 W | 1.080 kWh | 594 kWh | 400 € | 220 € | 44 € |
| 25 m² | 1.500 W | 1.350 kWh | 743 kWh | 500 € | 275 € | 55 € |
| 30 m² | 1.900 W | 1.710 kWh | 940 kWh | 633 € | 348 € | 70 € |
Die Monatswerte verteilen die Saisonkosten auf fünf Heizmonate. Im Dezember und Januar liegen sie höher, im Oktober und März dagegen niedriger.
Rechenbeispiel mit aktuellem Strompreis
Ein 20 Quadratmeter großes Wohnzimmer, saniert, mit zwei Paneelen zu je 600 Watt an der Decke. Genutzt wird der Raum von Oktober bis März, werktags abends vier Stunden und am Wochenende acht Stunden. Das ergibt über 150 Heiztage rund 900 Betriebsstunden bei einer Einschaltdauer von 55 Prozent, also 495 tatsächliche Heizstunden.
1,2 Kilowatt mal 495 Stunden gleich 594 Kilowattstunden. 594 Kilowattstunden mal 0,37 Euro gleich 220 Euro je Heizsaison.
Auf den Monat gerechnet sind das 44 Euro. Wer denselben Raum dagegen ohne Thermostat durchheizt, zahlt 400 Euro.
Bei Vergleichsrechnungen geht gern unter, dass es für Infrarotheizungen meist keinen vergünstigten Heizstromtarif gibt. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass Direktheizer nicht von allen Netzbetreibern als steuerbare Verbrauchseinrichtung anerkannt werden und dass kein Anspruch auf einen günstigeren Tarif besteht. Rechnen Sie also mit normalem Haushaltsstrom, nicht mit einem Wärmestromtarif.
Sind Infrarotheizungen Stromfresser?
Die Frage lässt sich mit einer Gegenfrage beantworten: im Vergleich wozu? Gegenüber einem Heizlüfter oder Radiator mit gleicher Wattzahl verbraucht eine Infrarotheizung nicht mehr, denn alle drei wandeln Strom vollständig in Wärme um. Gegenüber Gas und Wärmepumpe verbraucht sie für dieselbe Wärmemenge deutlich mehr Energie, die Tabelle im nächsten Abschnitt zeigt den Abstand.
Zum Stromfresser wird eine Infrarotheizung in drei Fällen:
- Dauerbetrieb ohne Thermostat. Dann läuft das Paneel auch, wenn der Raum längst warm ist. Im Beispiel oben kostet das fast doppelt so viel.
- Hauptheizung im ungedämmten Altbau. Kalte Außenwände ziehen die Wärme ab, die Einschaltdauer steigt auf 70 bis 90 Prozent. Eine Infrarotheizung als Hauptheizung braucht deshalb vor allem eine gute Dämmung.
- Ganze Wohnung statt einzelner Räume. Wer jeden Raum den ganzen Tag beheizt, verliert den größten Vorteil des Systems, die Einzelraumregelung.
Im Bad, im Gästezimmer oder im Homeoffice, das nur stundenweise genutzt wird, bleibt der Verbrauch dagegen überschaubar. Dort zählt, dass keine Leitungen, kein Kessel und keine Wartung bezahlt werden müssen.
Vergleich zu Gas, Wärmepumpe und Nachtspeicher
Für denselben Wärmebedarf von 594 Kilowattstunden im 20-Quadratmeter-Raum:
| System | Rechenweg | Kosten je Saison |
|---|---|---|
| Infrarotheizung | 594 kWh mal 0,37 € | 220 € |
| Gasheizung | 594 kWh geteilt durch 0,90 Wirkungsgrad, mal 0,1193 € | 79 € |
| Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl 3,5 | 594 kWh geteilt durch 3,5, mal 0,37 € | 63 € |
| Nachtspeicher | Wie Infrarot, mit günstigerem Nachttarif | je nach Tarif 150 bis 200 € |
Der Gaspreis von 11,93 Cent je Kilowattstunde stammt aus der BDEW-Gaspreisanalyse vom August 2026 für Einfamilienhäuser. Zudem unterstellt die Rechnung einen Kesselwirkungsgrad von 90 Prozent.
Die Zeile ist unbequem und gehört trotzdem hierher. Beim reinen Energieverbrauch verliert die Infrarotheizung deutlich, gegen Gas um den Faktor 2,8 und gegen die Wärmepumpe um den Faktor 3,5. Das ist der größte der Nachteile einer Infrarotheizung, und wer eine funktionierende Zentralheizung durch Infrarotpaneele ersetzt, zahlt drauf.
Der Vergleich dreht sich, sobald Anschaffung und Wartung mitgerechnet werden und der Raum nur selten geheizt wird. Denn eine Gastherme für ein einzelnes Gästezimmer gibt es nicht, eine Wärmepumpe für die Werkstatt auch nicht. Mit den Anschaffungskosten im Blick ist die Infrarotheizung für selten genutzte Räume oft die günstigste Lösung, und genau in diesen Räumen ist eine Infrarotheizung sinnvoll.
Warum die Deckenmontage den Verbrauch beeinflusst
Die Wattzahl bleibt gleich, der Nutzen nicht. Drei Effekte wirken zugunsten einer Infrarotheizung an der Decke:
Kein Schattenwurf. An der Wand verschwindet ein Teil der Strahlung hinter Möbeln und heizt dort niemanden. An der Decke kommt dagegen fast die gesamte Strahlung auf der genutzten Fläche an. Dadurch ist die gefühlte Temperatur bei gleicher Lufttemperatur höher, und Sie können die Solltemperatur ein bis zwei Grad niedriger einstellen. Jedes Grad weniger spart grob 6 Prozent Heizenergie.
Gleichmäßigere Fläche. Der erwärmte Boden strahlt zurück und stabilisiert die Temperatur. Das Thermostat schaltet seltener.
Richtige Fühlerposition. Sitzt der Fühler im Strahlungskegel, schaltet er zu früh ab, der Raum bleibt kühl, und Sie drehen höher. Das kostet real Strom. Ein Wandfühler in 1,50 Metern Höhe außerhalb des Kegels verhindert genau das.
Sechs Stellschrauben zum Sparen
- Thermostat nutzen, immer. Der Unterschied zwischen Dauerbetrieb und Thermostatbetrieb beträgt in der Tabelle oben rund 180 Euro je Saison. Alles andere ist Kosmetik dagegen.
- Zeitprogramm einrichten. Ein Bad muss von 6 bis 8 Uhr warm sein, nicht den ganzen Tag. Ein Wochenprofil im WLAN-Thermostat fürs Smart Home spart mehr als jeder Tarifwechsel.
- Ein Grad weniger. 21 statt 22 Grad senkt den Verbrauch um rund 6 Prozent. Bei Strahlungswärme fällt das Grad weniger kaum auf, weil die gefühlte Temperatur über der Lufttemperatur liegt.
- Richtig dimensionieren. Ein zu kleines Paneel läuft dauerhaft und erreicht die Zieltemperatur nie. Das ist der teuerste Betriebszustand überhaupt.
- Nur beheizen, was genutzt wird. Die Stärke des Systems ist die Einzelraumregelung. Ein Paneel je Raum, jedes mit eigenem Thermostat, und der Flur bleibt kalt.
- Türen zu. Strahlungswärme wirkt im Raum, in dem sie erzeugt wird. Eine offene Tür zum unbeheizten Flur macht die Auslegung zunichte.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch
Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung pro Stunde?
Genau so viel, wie ihre Leistung angibt, solange sie läuft. Ein Paneel mit 800 Watt verbraucht in einer Stunde Betrieb 0,8 Kilowattstunden, also rund 30 Cent bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Entscheidend ist, wie viele Stunden es tatsächlich heizt, und das regelt das Thermostat.
Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung mit 1000 Watt?
In einer Stunde Volllast eine Kilowattstunde, also 37 Cent bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Mit Thermostat und sechs Stunden Nutzung am Tag sind es rund 3,3 Kilowattstunden täglich, 99 im Monat und knapp 500 in einer Heizsaison mit 150 Tagen. Das entspricht etwa 37 Euro im Monat und 183 Euro je Saison.
Was kostet eine Infrarotheizung im Monat?
Für einen 20 Quadratmeter großen Raum mit 1.200 Watt, sechs Stunden Nutzung am Tag und Thermostatbetrieb sind es rund 44 Euro im Monat. In einem 10 Quadratmeter großen Bad mit 600 Watt sind es rund 22 Euro. Ohne Thermostat verdoppeln sich beide Werte nahezu.
Verbraucht eine Infrarotheizung mehr Strom als ein Heizlüfter?
Bei gleicher Wattzahl in derselben Zeit verbrauchen beide gleich viel, denn beide setzen Strom vollständig in Wärme um. Der Unterschied liegt in der Wirkung. Ein Heizlüfter erwärmt die Luft, die schnell wieder abkühlt und beim Lüften verloren geht. Die Infrarotheizung erwärmt Oberflächen, die die Wärme länger halten. Bei gleicher Behaglichkeit läuft sie deshalb kürzer.
Gibt es günstigen Heizstrom für Infrarotheizungen?
Meist nicht. Ein vergünstigter Tarif setzt voraus, dass der Netzbetreiber die Heizung als steuerbare Verbrauchseinrichtung anerkennt, und dazu gibt es keinen Anspruch. Kommt ein Tarif zustande, der wie bei der alten Nachtspeicherheizung nur nachts günstig ist, hilft er einem Direktheizer wenig, weil geheizt wird, wenn der Raum genutzt wird.
Rechnet sich eine Infrarotheizung mit Photovoltaik?
Teilweise. Im Frühjahr und Herbst deckt eine Anlage einen Teil des Heizstroms, im Dezember und Januar liefert sie in Deutschland zu wenig, gerade in den Abendstunden, in denen geheizt wird. Wer mit Speicher rechnet, sollte die Winterlücke ehrlich einkalkulieren und die Anlage nicht allein wegen der Heizung dimensionieren.
Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung für 10 Quadratmeter?
Im gut gedämmten Raum reichen rund 600 Watt, das entspricht 60 Watt je Quadratmeter. Bei sanierten Bestandsbauten rechnen Sie mit 70 bis 80 Watt je Quadratmeter, also 700 bis 800 Watt. Im ungedämmten Altbau können es 1.000 Watt werden.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Infrarotheizung im Jahr?
Für ein Paneel mit 1.200 Watt in einem 20 Quadratmeter großen, sanierten Raum sind es bei Thermostatbetrieb rund 600 Kilowattstunden je Heizsaison, bei Dauerbetrieb rund 1.080. Heizen Sie mehrere Räume, addieren sich die Werte je Paneel.
Wie viel spart ein Thermostat wirklich?
In der Rechnung oben liegt der Unterschied zwischen Dauerbetrieb und einer Einschaltdauer von 55 Prozent bei einem 20-Quadratmeter-Raum bei 180 Euro je Heizsaison. Ein einfaches Steckdosenthermostat kostet unter 30 Euro und hat sich damit im ersten Monat bezahlt gemacht.