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Infrarotheizung berechnen: wie viel Watt braucht der Raum?

Zuletzt aktualisiert am 2. September 2026

Eine zu schwache Infrarotheizung wird den Raum nie warm bekommen, egal wie lange sie läuft. Eine zu starke kostet unnötig Strom und erzeugt an der Decke genau das unangenehme Wärmegefühl, das viele Menschen von der Deckenmontage abhält. Die richtige Wattzahl zu berechnen, dauert zwei Minuten.

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Inhaltsverzeichnis

Die Faustformel

Wattbedarf gleich Quadratmeter mal Wattwert je Quadratmeter.

Der Wattwert hängt am Dämmzustand des Gebäudes:

Gebäudezustand Wattwert je m²
Neubau nach aktuellem Standard, sehr gut gedämmt 40 bis 60 W
Saniertes Gebäude, gute Dämmung 60 bis 80 W
Altbau, teilsaniert 80 bis 100 W
Altbau, ungedämmt 100 bis 130 W

Als Merkwert für den Alltag: 70 Watt je Quadratmeter bei guter Dämmung, 100 Watt je Quadratmeter im Altbau. Damit liegen Sie in den meisten Wohnungen richtig.

Person misst einen Raum mit dem Laserentfernungsmesser aus, daneben Grundriss und Taschenrechner

Warum 60 W/m² oft zu wenig sind

In Herstellerprospekten steht häufig 60 Watt je Quadratmeter als allgemeingültiger Wert. Dieser Wert stammt aus dem Neubau mit sehr guter Dämmung, dichten Fenstern und beheizten Nachbarräumen. In einem Altbau mit Kastenfenstern, zwei Außenwänden und einem unbeheizten Dachboden darüber reicht er nicht.

Der Fehler fällt erst im Januar auf, wenn die Heizung durchläuft und der Raum trotzdem bei 18 Grad steht. Nachrüsten heißt dann: zweites Paneel kaufen, zweites Mal bohren, zweiten Anschluss legen. Deshalb lieber von Anfang an ehrlich rechnen und im Zweifel eine Stufe größer wählen. Ein leicht überdimensioniertes Paneel am Thermostat verbraucht nicht mehr, es läuft nur kürzer.

Zuschläge

Rechnen Sie den Grundwert aus und schlagen Sie für jeden zutreffenden Punkt rund 10 Prozent auf:

  • Große Fensterflächen. Mehr als ein Viertel der Wandfläche verglast, oder eine bodentiefe Fensterfront.
  • Einfachverglasung oder alte Kastenfenster. Hier sind eher 20 Prozent angebracht.
  • Mehr als zwei Außenwände. Eckzimmer und Räume mit drei Außenwänden verlieren spürbar mehr.
  • Raumhöhe über 2,60 Meter. Je 20 Zentimeter darüber rund 5 Prozent.
  • Unbeheizter Raum darunter oder darüber. Keller, Garage, Dachboden.
  • Dachschrägen mit alter Dämmung. Schrägen verlieren mehr als eine Massivdecke.
  • Selten genutzte Räume mit schnellem Aufheizbedarf. Wer ein kaltes Gästezimmer in 30 Minuten warm haben will, braucht Reserve.

Abziehen können Sie rund 10 Prozent, wenn der Raum zwischen zwei durchgehend beheizten Räumen liegt und keine Außenwand hat.

Tabelle nach Raumgröße

Raumgröße Gut gedämmt (70 W/m²) Altbau (100 W/m²) Übliche Paneelaufteilung
8 m² 560 W 800 W 1 Paneel
10 m² 700 W 1.000 W 1 Paneel
12 m² 840 W 1.200 W 1 Paneel
15 m² 1.050 W 1.500 W 1 bis 2 Paneele
18 m² 1.260 W 1.800 W 2 Paneele
20 m² 1.400 W 2.000 W 2 Paneele
25 m² 1.750 W 2.500 W 2 bis 3 Paneele
30 m² 2.100 W 3.000 W 3 Paneele
40 m² 2.800 W 4.000 W 3 bis 4 Paneele, eigener Stromkreis

Ein großes oder mehrere kleine Paneele?

Ab rund 1.200 Watt sprechen mehrere Gründe für die Aufteilung:

Gleichmäßigere Wärme. Ein einzelnes starkes Paneel erzeugt eine heiße Zone darunter und lässt die Ecken kalt. Zwei Paneele decken die Fläche besser ab.

Niedrigere Oberflächentemperatur. Zwei Paneele mit je 700 Watt strahlen zusammen genauso viel wie eines mit 1.400 Watt, aber jedes einzelne bleibt kühler. An der Decke ist das der entscheidende Punkt für ein angenehmes Wärmegefühl.

Weniger Gewicht je Befestigungspunkt. Zwei Paneele mit je 7 Kilogramm sind an einer Gipskartondecke deutlich einfacher zu befestigen als eines mit 14 Kilogramm.

Getrennt schaltbar. Bei Übergangstemperaturen läuft nur eines.

Der Nachteil ist ebenso klar: doppelte Montage, doppelte Bohrlöcher, gegebenenfalls ein zweiter Anschluss. Bis 1.000 Watt lohnt die Aufteilung selten.

Der Leistungsrechner

Tragen Sie Grundfläche, Dämmzustand und die zutreffenden Zuschläge ein. Der Rechner nennt den Wattbedarf und einen Vorschlag für die Paneelaufteilung.


Leistungsrechner: Wattbedarf für Ihren Raum

Grundfläche und Dämmzustand eintragen, Zuschläge anhaken. Das Ergebnis aktualisiert sich sofort.




Zuschläge, mehrere möglich





1.400 Watt

Empfehlung: zwei Paneele mit je 700 Watt.

Rechenweg: 20 m² mal 70 W/m² gleich 1.400 W, keine Zuschläge.

Der Rechner liefert einen Planungswert, keine Heizlastberechnung nach Norm. Bei einer Infrarotheizung als alleiniger Heizung für ein ganzes Gebäude lassen Sie die Heizlast fachlich ermitteln.

Drei Rechenbeispiele

Wohnzimmer, 24 m², Baujahr 2015, bodentiefe Fenster nach Süden, eine Außenwand, Raumhöhe 2,50 m. Grundwert 24 mal 70 gleich 1.680 Watt. Zuschlag 10 Prozent für die große Fensterfläche ergibt 1.850 Watt. Praktische Lösung: zwei Paneele mit je 900 bis 1.000 Watt, aufgeteilt über Sitzgruppe und Essbereich.

Schlafzimmer, 14 m², Altbau von 1958, zwei Außenwände, Doppelverglasung, Raumhöhe 2,80 m. Grundwert 14 mal 100 gleich 1.400 Watt. Zuschläge: 10 Prozent für die zweite Außenwand, 5 Prozent für die Raumhöhe. Ergibt rund 1.600 Watt. Wichtig im Schlafzimmer: das Paneel nicht direkt über das Kopfende hängen, sondern über die Fußseite oder in die Raummitte, und lieber zwei Paneele mit je 800 Watt.

Bad, 6 m², saniert 2019, ein kleines Fenster, Raumhöhe 2,40 m, soll morgens in 20 Minuten warm sein. Grundwert 6 mal 70 gleich 420 Watt. Zuschlag 10 Prozent für den schnellen Aufheizbedarf ergibt rund 470 Watt. Praktisch gewählt wird hier ein Paneel mit 500 bis 600 Watt, weil die Zwischengrößen im Handel selten sind. Was im Bad sonst noch zu beachten ist, steht unter Infrarotheizung im Bad.

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Vom Watt zur Stromrechnung

Sobald die Wattzahl steht, lässt sich der Verbrauch ausrechnen. Verbrauch in Kilowattstunden gleich Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden.

Ein Paneel mit 1.000 Watt, das an 150 Heiztagen jeweils vier Stunden läuft, kommt auf 1,0 mal 600 gleich 600 Kilowattstunden. Beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde, den die BDEW-Strompreisanalyse für August 2026 ausweist, sind das 222 Euro in der Saison.

Wichtig dabei: Am Thermostat läuft das Paneel nicht durch. Realistisch sind rund 55 Prozent Einschaltdauer bei passend dimensioniertem Paneel. Die vollständige Rechnung mit allen Raumgrößen steht unter Stromverbrauch, die Gesamtkosten inklusive Anschaffung unter Kosten.

Wenn die Wattzahl feststeht, geht es an die Befestigung. Welcher Dübel in welche Decke gehört, steht in der Anleitung zur Deckenmontage. Ob die Decke überhaupt der richtige Ort ist, klärt der Vergleich Decke oder Wand. Die Grundlagen zur Auslegung an der Decke stehen auf der Übersichtsseite.

Häufige Fragen zur Wattberechnung

Wie viel Watt Infrarotheizung pro Quadratmeter?

Als Faustwert 70 Watt je Quadratmeter bei guter Dämmung und 100 Watt je Quadratmeter im ungedämmten Altbau. Im Neubau nach aktuellem Standard reichen oft 40 bis 60 Watt. Zuschläge kommen dazu für große Fensterflächen, mehrere Außenwände, hohe Räume und unbeheizte Nachbarräume.

Was passiert, wenn die Infrarotheizung zu klein ist?

Sie läuft dauerhaft und erreicht die gewünschte Temperatur trotzdem nicht. Das ist der teuerste Betriebszustand überhaupt, weil das Thermostat nie abschaltet. Eine zu kleine Heizung spart also keinen Strom, sie verbraucht mehr als eine richtig ausgelegte.

Verbraucht eine zu große Infrarotheizung mehr Strom?

Nein, solange ein Thermostat regelt. Ein stärkeres Paneel heizt schneller auf und schaltet früher ab, der Verbrauch bleibt in der Summe ähnlich. An der Decke gibt es aber eine Grenze: Ein deutlich überdimensioniertes Paneel erzeugt eine sehr warme Zone darunter. Deshalb Leistung über 1.200 Watt lieber auf zwei Paneele verteilen.

Zählt die Raumhöhe bei der Berechnung mit?

Ja, ab etwa 2,60 Metern. Die Faustformel geht von normalen Wohnräumen aus. Je 20 Zentimeter über 2,60 Metern rechnen Sie rund 5 Prozent auf. Bei Altbauräumen mit 3,20 Metern Höhe summiert sich das auf 15 Prozent und mehr.

Brauche ich für die Deckenmontage mehr Watt als für die Wand?

Nein. Die benötigte Leistung hängt am Raum, nicht am Montageort. An der Decke kommt die Strahlung durch die freie Abstrahlung sogar oft besser an, weil keine Möbel im Weg stehen. Der Unterschied liegt in der Verteilung, nicht in der Wattzahl.

Maria Lengemann

Über die Autorin

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.

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